Vasco da Gama

Lisboa: Vasco da Gama zubia

Ponte Vasco da Gama

Grabmal von Vasco da Gama

Portugal: Vasco da Gama

Zu den bekanntesten Persönlichkeiten der portugiesischen Geschichte gehört ohne Zweifel der im 15. Jahrhundert geborene Seefahrer und Entdecker Vasco da Gama. Auf Portugiesisch spricht er sich Vaschku da Gama. Zu seinen Lebzeiten war Portugal eine der mächtigsten Seemächte der Erde. Vor ihm hatte bereits Henrique de Avis (Heinrich der Seefahrer) die Zeit der großen Entdeckungsreisen eingeleitet und im Jahr 1418 ein Programm zur Entdeckung eines Seeweges nach Indien aufgelegt.

 

Doch erst 1498 erreichte zum ersten Mal ein europäisches Schiff Indien auf dem Seeweg - mit da Gama als Kapitän und Oberbefehlshaber. König Manuel I. hatte ihn für diese Entdeckungsexpedition ausgewählt und beauftragt. Die Reise brachte da Gama Ehrungen, den Titel "Dom", die Ernennung zum Admiral und einen unauslöschlichen Eintrag in die Geschichtsbücher ein. 1542 ernennt ihn der König zum Vizekönig der Kolonie Portugiesisch-Indien. Im selben Jahr stirbt da Gama drei Monate nach seiner Ankunft in der Enklave in der Stadt Kochi. Mit seiner Frau Catarina de Ataíde hatte da Gama sieben Kinder. Bestattet wurde der Seefahrer zunächst in der Franziskanerkirche von Kochi.

 

Noch heute kann hier sein Grabstein besichtigt werden. 1539 wurden seine Gebeine nach Lissabon überführt. Sie wurden in einem kostbar verzierten Sarkophag im Mosteiro dos Jerónimos, dem Hieronymuskloster, im Stadtteil Belém beigesetzt. Das prächtige, spätgotische Bauwerk gehört heute zum Unesco Weltkulturerbe und ist auch Ruhestätte vieler Mitglieder der portugiesischen Königsfamilie. Besucher können im Mosteiro dos Jerónimos zudem das Marinemuseum und das Archäologische Museum finden. Errichtet wurde das Kloster im Auftrag des Königs, kurz nachdem da Gama aus Indien zurückkehrte. Der Seefahrer hatte von seiner ersten Indienexpedition Gold mitgebracht, das für die Kirche verwendet wurde.

 

Von nun an wurde der Sakralbau ein Ort, wo Seefahrer für eine gute Reise beteten oder nach ihrer erfolgreichen Rückkehr Dankgebete sprachen. In einem weiteren Baudenkmal in Lissabon, der Igreja de Santa Engrácia, der Kirche der heiligen Engrácia, erinnert ein Kenotaph, ein Scheingrab, an Vasco da Gama. Die Barockkirche stiftete eine der Töchter Manuels I., doch wurde das Bauwerk erst im 20. Jahrhundert fertig gestellt und in Portugals erstes Nationales Pantheon umgewandelt. Heute ist das Baudenkmal Grabstätte einiger geschichtlich bedeutsamer Persönlichkeiten des Landes, während bekannte Helden der Nation mit Kenotaphen geehrt wurden.

 

Wer Vasco da Gama überlebensgroß bewundern möchte, findet eine Statue in seiner Geburtsstadt Sines. Sie steht vor der Kirche, in dem der große Entdecker einst getauft wurde. Zudem gibt es in der Stadt an der Atlantikküste noch das Baudenkmal Ermida de Nossa Senhora das Salas, das Anwesen da Gamas, das er selbst ausbauen ließ. Auch die Hafenstadt Hamburg gedenkt des portugiesischen Seefahrers mit einer Statue auf der Kornhausbrücke.

 

In Lissabon wurden ein Einkaufszentrum, ein Turm und eine Brücke nach da Gama benannt.

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