chapelle à Fronteira Alentejo Portugal

Elvas Castle, Alentejo, Portugal, 29 September 2005

Praca do Giraldo, Evora, Alentejo, Portugal, 28 September 2005

Alentejo, Portugal

Castelo de Vide Alentejo Portugal

Alentejo (Portugal)

Nur wenig bekannt ist die portugiesische Region Alentejo (= jenseits des Tejo), die westlich von der Hauptstadt Lissabon an der Grenze zu Spanien liegt. Westlich wird sie durch den Atlantischen Ozean begrenzt. Urlauber passieren sie auf dem Weg in das bekannteste Urlaubsgebiet Portugals, die südlich gelegene Algarve, halten tun hier nur die wenigsten. Dabei ist dieser Landstrich ein kleines Paradies, nur die Sonne und die Hitze bestimmen den Tagesablauf.

Abseits des Touristenrummels
Der Alentejo gehört zu den größten Anbaugebieten für Korkeichen. Überall sind sie zu finden, die kleinen Plantagen, auf denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Straßen schlängeln sich durch Weizenfelder, vorbei an Olivenhainen und alten knorrigen Steineichen. An der Westküste, die durch zerklüftete Steilküsten geprägt wird, finden sich immer wieder kleine geschützte Strände. Von Touristen übervölkerte Badeorte sucht der Urlauber hier vergebens. Statt dessen scheint die Luft in der Wärme zu vibrieren und über allem liegt der Duft der vielen Kräuter, die an vielen Stellen wild wachsen.

Großtrappen und Rebhühner
Große Teile des Alentejo stehen unter Naturschutz. Viele Vögel, vor allem Rebhühner, Kraniche, Sandflughühner und Wiesenweihen leben in den Weiten dieser Gebiete. Vor allem über 1.000 der seltenen Großtrappen haben hier ihren Lebensraum – für Vogelfreunde ein wahres Paradies. Die einst landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen werden ökologisch aufbereitet, sodass naturnahes Leben in die ausgenutzten Gebiete zurückgekehrt ist. Nicht nur Vögel, auch Wildschweine und Kaninchen haben ihre Lebensräume zurückerobert.

Megalithen und Dolmen
Historisch bedeutend war die Gegend nie. Viele Eroberer zogen durch das Land und besiedelten die kleinen Ortschaften. Vor allem die Mauren hinterließen deutliche Spuren. In den größeren Orten wie Béja, Castro Verde oder Mértola finden sich noch viele Zeugnisse der arabischen Architektur. Die letzte Moschee Portugals, die heute als Kirche dient, steht in Mértola und gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Region. An 87 Fundplätzen im Alentejo stehen 374 Menhire, die auch als Hinkelsteine bekannt sind. Einen Besuch lohnen die Megalithen im Distrikt Évora, wo sich außerdem 66 Dolmen, sogenannte Steintische, befinden. Anta do Tapadão, eine der größten Megalithanlagen, befindet sich im Norden der Region.

Kulinarisches
Auch wenn der Alentejo keine klassische Weingegend ist, werden hier doch einige Rotweine gekeltert, die sehr gute Landweine ergeben. Als bekannteste kulinarische Spezialität gilt das schwarze Alentejo-Schwein, das sich von Eicheln ernährt und einen besonders pikanten Geschmack hat. Schafskäse gehört traditionell zum Essen.

Erholung und Entspannung pur
Der Alentejo, der am schönsten im Frühling ist, bietet mit seiner Ruhe und Abgeschiedenheit ruhebedürftigen Urlaubern einen idealen Aufenthalt. Keine Ansammlungen von Touristen, kein Highlife in allen Gassen, statt dessen findet er Entspannung und Erholung pur.

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